Zu erwartende Leitzinsentwicklung für 2016

Die amerikanische Notenbank hat im Dezember 2015 nach neun Jahren zum ersten Mal die amerikanischen Leitzinsen erhöht. Sie könnte das Ende einer der Niedrigzinsära bedeuten. Doch was bedeutet es für die Entwicklung der Leitzinsen in Europa?

Die Folgen der Leitzinserhöhung

Die Zinsänderung ist nur minimal. Es ist lediglich ein Signal nach Europa. Die Zinsen bleiben weiterhin niedrig und die amerikanischen Banken, zahlen ihren Sparern keine höheren Zinsen. Tatsächlich wurde die Erhöhung der Kreditzinsen angekündigt, jedoch nicht die der Sparzinsen.

Warten auf die Reaktion der EZB

Geht man davon aus, dass eine Zinswende durch den amerikanischen Leitzins eingeläutet wurde, so müssen sich sowohl deutsche als auch europäische Sparer in Geduld üben. Die Leitzinsentwicklung in Amerika und Europa im Vergleich betrachtet, so liefen die europäischen Leitzinsen dem amerikanischen Leitzins immer hinterher mit mehr, oder mit weniger Verzögerung. Diesmal ist eine größere Verzögerung zu erwarten. Die europäische Konjunkturerholung ist erst am Anlaufen. Im letzten Erhöhungszyklus gab es eine Verzögerung von anderthalb Jahre.

Eine längere Zeitspanne von der ersten amerikanischen bis zu der ersten europäischen Zinsanhebung ist also nicht unüblich.

Seit der Finanzkrise lagen die Zinsen für Spareinlagen immer oberhalb vom Leitzins. Ob es aber im Fall von Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank der Fall sein wird, und die Sparzinsen vielleicht mitsteigen, ist nicht bekannt, da es keine Erfahrungen darüber gibt. Aktuell sind die Sparzinsen auf den Leitzins bezogen eher hoch. Es kann prognostiziert werden, dass die Banken sich bemühen werden, die Spanne unter den Zinssätzen zu verkleinern. In dem Fall steigen die Sparzinsen nicht proportional direkt mit dem Leitzins.